Helmut's Kettenöler jetzt mit Stückliste
Kleine Anbau Anleitung für meinen Kettenöler
Zuerst möchte ich dazu sagen, dass ich das ganze hobbymäßig mache und natürlich keine professionelle Anleitung erstellen kann. Anhand des Schemas, der Bilder und der Beschreibung kann man aber meiner Meinung nach schon verstehen wie das ganze funktioniert.
Als erstes geeignete Positionen für die folgenden Teile suchen:
1. Tank
2. Magnetventil
3. Dosierdrossel
4. Austrittdüse
5. Anschlusskästchen
Einige mögliche Positionen sind auf den Bilder n zu erkennen.
Wir hatten bisher immer mit dem Tank begonnen, danach das Magnetventil und die Drossel befestigt.
Das Magnetventil und das Drosselventil hatten wir verschraubt, den Tank mit Kabelbinder befestigt.
Die Verbindung zwischen diesen 3 Teilen wird mit dem Kunststoff Rohr hergestellt.
Rohr in der passenden Länge mit scharfen Messer abschneiden und dann in die Schnellanschlüsse einschieben.
Darauf achten, dass das Rohr wirklich bis zum Anschlag eingeschoben wird.
Dann wird das Ölröhrchen von unten auf die Schwinge geschoben und mit Kabelbindern provisorisch befestigt. Die Leitung vom Drosselventil zum Ölaustritt verlegen. Auf den Ölaustritt ein etwa 8 cm langes Stück Schlauch schieben. In diesen Schlauch wird das von der Drossel kommende Rohr geschoben. Ölaustritt-Röhrchen so auf das Kettenblatt (Kette) ausrichten wie es auf den Bilder zu sehen ist. Den Rest des Schlauches verwendet man für die Entlüftung und Befüllung des Tanks. Damit ist die mechanische Montage beendet.
Jetzt kommt der elektrische Anschluss:
Die beiden nebeneinander liegenden Anschlüsse des Magnetventil sind + und -. Einen Anschluss mit dem
beiliegenden schwarzen Kabel, Kabelschuh und Kabelöse mit dem Rahmen verbinden. Der andere Anschluss
wird mit dem weißen Kabel des Anschlusskästchens verbunden.
Das braune Kabel wird mit einem bei eingeschaltetem Licht, stromführenden Kabel verbunden. Da gibt es
mehrere Möglichkeiten. Da bei mir das Licht über Relais geschaltet wird habe ich dieses Kabel natürlich dort
angeschlossen. Bei Tanja sind wir direkt an den Ausgang vom Sicherungskasten gegangen und Daniel hat
glaube ich einen vorhandenen Anschluss unter der rechten, hinteren Verkleidung gefunden. Egal wo man es
anschließt, wichtig ist nur dass da nur Spannung drauf ist, wenn das Licht eingeschaltet ist.
Das Grüne Kabel wird nun an das vom Neutralschalter kommende Kabel angeschlossen. Das Kabel kommt von unten hoch und sitzt in einem 3 pol. Stecker. Bei meiner GR78A endet es in einem freiliegenden schwarzen Kästchen mit 3 Kabeln. (Neutral, Seitenständer und Dioden)
Ich werde davon noch Bilder machen auf denen man genau erkennt um welches Kabel es sich handelt.
Bei den neuen Modellen ist es ein 3 pol. Stecher in dem ein 1pol. und ein 2pol. Anschluss zusammengefasst ist. Bilder davon kommen auch noch.
Dieses Kabel schaltet den Minuspol für die Neutrallampe durch, d.h. wenn kein Gang eingelegt ist leuchtet
die Neutrallampe und gleichzeitig wird das Magnetventil des Ölers ausgeschaltet.
Es ist jedenfalls bei den 750ern ein blaues Kabel.
Noch etwas zum elektrischen Anschluss, da doch einige Fragen kamen:
Der Öler arbeitet, wenn +12V über das Anschlusskästchen (vom Licht oder sonst wo her) und Minus am Magnetventil angeschlossen sind. Über den Anschluss an den Neutralschalter wird er abgeschaltet. Falls also jemand das Kabel des Neutralschalters nicht findet, kann er den Öler trotzdem in Betrieb nehmen.
Er arbeitet dann halt immer, sobald das Licht an ist , unabhängig davon ob ein Gang drin ist oder nicht.
Inbetriebnahme:
Tank mit Öl befüllen, vielleicht erst mal nicht ganz voll, falls irgendwas undicht ist.
Zündung ein, Licht an, Gang rein machen. Jetzt hört man das Magnetventil arbeiten. Man kann das besser hören, wenn man bei eingeschaltetem Licht den Gang nochmal raus und wieder rein macht. Diese Schaltung habe ich mir besonders für die neuen Modelle ausgedacht, bei denen das Licht sofort mit der Zündung angeht und nicht auszuschalten ist.
Drosselventil ganz aufschrauben. Jetzt sieht man, daß das Öl langsam anfängt zu laufen. Das ganze kann man etwas beschleunigen indem man den Füllschlauch vom Tank zuhält und über den Entlüftungsschlauch Überdruck auf den Tank gibt.
Unten auf den Ölaustritt einen Schlauch aufschieben und das ablaufende Öl auffangen. Dazu kann man den Befüllungsschlauch verwenden. Er sollte aber so weit aufgeschoben werden, daß diese Verlängerung ebenfalls keine Luft mehr ziehen kann.
Das Öl jetzt solange laufen lassen, bis keine Luftblasen mehr zu erkennen sind. Während das Öl läuft das Drosselventil mehrmals zu und wieder aufdrehen, damit auch im Drosselventil keine Luft mehr verbleibt.
Einstellung der Tropfmenge:
Ich hatte es so gemacht. Mit dem Drosselventil die Tropfmenge so eingestellt, dass alle 60 sek. ein Tropfen kam. (Grundeinstellung)
Dann einige Probefahrten gemacht, die Kette und die Felge geprüft ob zuviel oder zuwenig Öl vorhanden ist. Zuviel erkennt man wenn die Kette richtig ölig glänzt und die Felge stark verölt ist. Bei zuwenig Öl werden die Kettenrollen ganz blank. Nach einigen Probefahrten hat man dann eine Einstellung gefunden, bei der die Kettenrollen eine leicht graue Farbe haben. Wenn man dann mit dem Finger über die Rollen geht hat man auch Öl an den Fingern und die Felge bleibt fast sauber.
Kleine Ölspuren kommen aber doch auf die Felge, können aber mit einem Lappen einfach abgewischt werden. Die ganze Einstellerei ist halt abhängig von der Einbau Position, dem verwendeten Öl und auch der Außentemperatur. Ein Beispiel: Ich habe inzwischen einen Tropfen alle 90 sek. eingestellt, verwende normales 2 Takt Gemischöl (hatte ich gerade da). Der Daniel verwendet das Scottoiler Öl und hat 1 Tropfen alle 40sek.
Wichtig beim Drosselventil: nach dem Einstellen das Kontern der Einstellschraube nicht vergessen!!!!
So das war es, wer noch Fragen hat einfach bei mir melden.
Schematische Darstellung
Stückliste mit Bezugsquelle
Bilder der Teile und vom Einbau in eine AK und eine GR78A
Noch kurz was zur Entstehung dieses "Eigenbaus"
Nachdem ich bei meinem letzten Kettenwechsel stundenlang damit beschäftigt war die Reste von Kettenspray,
dass sich während 25 tkm. überall angesammelt hatte, mit Hilfe von WD 40, Spachteln und allen möglichen anderen Geräten, zu entfernen hatte ich die Nase voll. Bis dahin hatte ich auch nur etwas vom Scottoiler gehört und der war mir einfach zu teuer. Als alter Modellbauer dachte ich mir da baue ich mir selbst was und habe angefangen in meiner Modellbau Werkstatt nach Teilen zu suchen die ich verwenden könnte. Habe dann bis auf ein geeignetes Magnetventil auch alle Teile gefunden und losgelegt. Die Drossel z.B. stammte aus bearbeiteten Teilen eines Modell Motors. Die Fahrt zum Treffen nach Stiege war der erste Test und das Ganze funktionierte einwandfrei. Da in Stiege einige Leute Interesse an dem Öler hatten, dachte ich mir dann baue ich mal ein paar von den Dingern, musste aber schnell feststellen dass das mit Modellbauartikel nicht geht. Ich kann ja schließlich nicht jedes mal einen Modellmotor schlachten.
Also habe ich mich informiert, wo ich die benötigten Teile kaufen kann. Mittlerweile besteht der Öler aus Industriekomponenten die auch alle einzeln bezogen werden können. Ich werde diese Öler auch nur hobbymäßig eine begrenzte Zeit bauen weil ich auch noch Zeit zum Mopedfahren haben möchte.
Hier ist jetzt noch ein Nachtrag zum Einbau:
Da ja jetzt einige den Öler eingebaut haben und mir ihre Erfahrungen mitgeteilt haben, versuche ich das ganze mal zusammenzufassen.
Öltank:
Ganz sicher passt der 250ml Tank bei den folgenden Modellen unter die hintere Verkleidung: GR 78A, AK Bj. 2002 und 2003
Bei allen anderen Modellen weiß ich es nicht ganz genau. Deshalb habe ich jetzt die kleineren Tanks verwendet. Diese Tanks haben 100ml angegebenes Fassungsvermögen. Randvoll gehen ca. 130 ml rein. Da auf dem Entlüftungs- und Füllanschluss ja die Schläuche aufgesteckt werden und dann nach oben verlegt werden, kann man den Tank auch wirklich randvoll befüllen. Diese 130 ml sollten dann,bei richtiger Einstellung ca. 5000 km reichen.
Ölaustritt Röhrchen mit Halter:
Ich hatte bisher diesen Halter und das Röhrchen vorgebogen. Das werde ich jetzt nicht mehr machen, da es da auch Abweichungen gab je nachdem an welcher Position der Schwinge das ganze angebracht wird. Die Röhrchen und das Halteblech kann sich aber jeder selbst passend biegen. Einfach das Halteblech mittig unter der Schwinge anhalten und dann die überstehenden Enden seitlich an der Schwinge nach oben biegen. Das Röhrchen selbst dann direkt hinter dem Halteblech nach unten biegen. Wenn man da mit dem Daumen unterstützt gibt es auch einen schönen Radius und keinen Knick. Die Röhrchen sind zu mindestens 50% der sichtbaren Länge ineinander gesteckt und verlötet, damit das ganze auch stabil ist. In die Lasche des Messinghaltebleches ist das ebenfalls aus Messing bestehende Röhrchen dann hartgelötet.
Sehr wichtig ist auch die Position des Ölaustritts.
Das Endstück muss so dicht wie möglich am Kettenrad sein, das kann man leider auf dem Bild nicht so gut sehen. Das Öl sollte möglichst beim abtropfen zwischen dem Kettenrad und der inneren Lasche der Kette aufkommen. Wenn das Röhrchen am Anfang leicht am Kettenrad schleift ist die Position richtig. Nach ein paar Metern Fahrt hat sich das Röhrchen angepasst und das Schleifen ist nicht mehr zu hören. Falls das Röhrchen weiter nach außen gerichtet ist z.B. direkt auf die O-Ringe oder sogar auf die Außenlasche der Kette, fliegt das meiste Öl, spätestens wenn die Kette über das Kettenrad wieder nach vorne umgelenkt wird, fröhlich nach hinten weg. Bei der richtigen Position wird es durch das Kettenblatt nach hinten befördert und verteilt sich dann schön auf der Kette. Das ganze kann man gut prüfen indem man das Moped im Leerlauf laufen lässt, ca. 20 cm hinter das Kettenblatt ein DIN A3 Blatt hält und dann bei den beiden o.g. Positionen beobachtet was abgeschleudert wird wenn ein Tropfen das Röhrchen verlässt. Zum ausrichten sollte man aber den Motor ausmachen. Die das Röhrchen auf die Außenlasche der Kette ausgerichtet hatten, sind dann diejenigen Jungs, oder waren es Mädels, die einen irren Ölverbrauch hatten und die Ketterollen waren trotzdem nicht leicht grau. (richtige Farbe)
Noch etwas zur Einstellung des Drosselventils:
Die Einstellung ist doch sehr Temperaturabhängig. Ich hatte das Ventil in Stiege bei knapp über 0 Grad C etwa 1,5 Umdrehungen auf.
Im Moment bei 34 Grad C habe ich bis auf eine viertel Umdrehung zugedreht. Es würde zwar der Kette nicht schaden wenn ich die Einstellung gelassen hätte, sie würde im Öl schwimmen. Nachteil ist aber, dass das Moped anfängt ordentlich zu sabbern. Wenn zu stark geölt wird, bleibt das überschüssige Öl nicht mehr an der Kette, sondern fliegt zum größten Teil nach hinten weg und der Rest sammelt sich unter der Ritzelabdeckung. Wenn das Moped jetzt abgestellt wird tropft es mit der Zeit nach unten ab und versaut den Boden.
Also, wenn unter der Ritzelabdeckung Ölflecken auftauchen, kann man sich die Suche nach einer undichten Leitung sparen zumal in diesem Bereich ja normalerweise auch keine Leitung verlegt ist.
Neutralschalter:
Das Neutralsignal findet man den alten Modellen (GR78A und GN72) unter dem Anfang der rechten hinteren Verkleidung. Da ist der komplette Kabelbaum zusammengefasst. Dort kommen 3 Adern an, die in ein schwarzes Kästchen gehen. Das ganze sieht aus wie ein Stecker ohne Gegenstück, ist aber hinten geschlossen. Das mittlere blaue Kabel ist das gesuchte. Wer es noch mal prüfen will, geht mit einer Prüflampe oder Messgerät, mit Plus an den Pluspol der Batterie und mit Minus an das Kabel. Das Kabel muss man natürlich etwas abisolieren oder einstechen. Bei Zündung an, Gang raus brennt die Prüflampe oder ca.12V am Messgerät. Gang rein, Prüflampe aus und 0V.
Bei der 02/03er AK kommt ein 3pol. Kabel hoch das an einem 1pol. und einen 2pol Stecker zu erkennen ist. Sieht im ersten Moment wie ein 3 pol. Stecker aus. Kabelfarben sind blau, grün und rot. Das blaue Kabel ist wiederum das gesuchte. Prüfen wie bei den guten alten Modellen.
So, ich hoffe das jetzt jeder zurecht kommt, wenn doch nicht kurz Bescheid geben.
HH750